Die Füsse im Sitzen und Stehen

Heilung der Fusssohle

 

Deine Füße stecken fast pausenlos in ihren einengenden Schuhen. Den ganzen Tag lang werden die Zehen von den Seiten des Schuhs zusammengepresst. Den ganzen Tag lang ist das Fußgelenk wegen des Absatzes leicht plantarflektiert (nach unten gebeugt). (Nicht nur wegen hoher Absätze, auch wegen vernünftiger Ein-Zentimeter-Absätze und der winzigen Sprengung bei »flachen« Schuhen. Jahrelanges Festhalten der Zehen beim Gehen mit Flip-Flops oder Slippern führt zu verbogenen, steifen Zehengelenken.

Deine Füße hatten seit der Geburt kaum Gelegenheit, ihre Muskeln zu kräftigen, und darunter haben auch die Muskelkraft der Unterschenkel, deren Knochendichte und Nervengesundheit gelitten. Aber es liegt nicht nur an den Schuhen. Die Allgegenwart von flachen und eintönigen Bodenbelägen sorgt zwangsläufig für eine Immobilisierung. Wiederholtes Gehen auf ebenem Grund unterbindet sämtliche Gelenkbewegungen, die nicht für das Flachlandgehen nötig sind. Alle anderen Gelenkbewegungen, zu denen Fuß und Fußgelenk in der Lage wären, sind verklebt. 

Füße sind unheimlich geschickt, und zwar nicht nur beim Stützen und Vorwärtskommen; die Fußsohle ist ebenso wie Nase oder Auge ein Sinnesorgan. Die Knochenverschiebungen, die entstehen, wenn man auf etwas tritt, lassen im Nervensystem ein »Bild« entstehen, das über die Position Auskunft gibt. So wie das Hören, Sehen oder Riechen liefern auch Gelenkwinkel Input über die Umgebung, die dem Körper eine Reaktion abverlangt. Die extrem hohe Zahl an verklebten Stellen im Fuß moderner Menschen stört die Kommunikation zwischen Körper und Hirn, und beim Gehen oder Stehen kann das Haltungssteuerungssystem des Körpers falsche Informationen über die Umgebung vermitteln.

Stell dir beispielsweise vor, jemand tritt auf einen Haufen Steine. Ein sehr geschmeidiger Fuß wird durch die Steine leicht verformt und nimmt eine ganz spezifische Form an. Informationen über diese Form werden über das sensorische Nervensystem ans Gehirn übermittelt, wo ein Bild davon entsteht, »worauf ich gerade getreten bin«.

Die störungsgfreie Übermittlung von Input ans Gehirn ermöglicht es diesem, diese Informationen zu berücksichtigen und mit feinsten Verschiebungen des Fußgelenks, des Knies, der Hüften oder des Beckens darauf zu reagieren – Verschiebungen, die es dem Rest des Körpers ermöglichen, ohne nennenswerte Verrenkung oder Beschleunigung (beides Vorboten eines Sturzes) voranzukommen. Stellen wir uns nun vor, dass jemand mit wenig beweglichen Füßen auf den gleichen Steinhaufen tritt. Das Abbild, das im Gehirn dieses Menschen entsteht, entspricht nur ungefähr der Umgebung.

Das Abbild ist verzerrt und verzerrt ist auch die Reaktion dieses Menschen auf die Oberfläche der Steine. Bei »verklebten« Füßen können schon kleine Hindernisse wie Risse im Gehwegpflaster oder leichte Senken im Boden einen Sturz oder eine Zerrung verursachen, weil die Füße ihre Sensibilität und Beweglichkeit eingebüßt haben und dem Gehirn nicht mehr mit ihren Informationen bei der Steuerung des restlichen Körpers beistehen können. Wenn verklebte Stellen im Fuß mit verklebten Stellen in Hüfte, Knie, Rücken und Schulter einhergehen, kann die Fortbewegung sehr schmerzhaft werden und eher einem Torkeln gleichen.

 

Ruhigstellung durch Schuhe

Das jahrelange Einsperren der Füße in Schuhen lässt die Zehenmuskeln und die Muskeln zwischen den Fußknochen (die das Fußgewölbe formen) verkümmern und führt zu einer (semi-)permanenten Verkürzung der Achillessehne und der Wadenmuskulatur. Die Wechselwirkung zwischen Fuß und Schuhwerk ist sehr komplex. Ich spare mir hier die langwierige Erläuterung all dessen, was mit unseren Füßen und Schuhen nicht stimmt, und wende mich lieber der Fußbeweglichkeit zu, insbesondere den Ausgleichsübungen, mit denen sich beheben lässt, was die Ruhigstellung der Zehen, Fußknochen und vor allem der Waden angerichtet hat.

 

Auszug aus dem Buch von Katy Bowman “ „Bewegung liegt in deiner DNA“

 

 

 

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Fabian Berner

 
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